Der Klassiker im Marine-Look: Das Breton-Shirt

Anlässlich des nahenden 60. Geburtstags von Jean-Paul Gaultier, sei ein Blick auf dessen wohl liebstes Kleidungsstück und gleichermaßen Markenzeichen geworfen: das Breton-Shirt.

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Das Breton-Hemd, das zeitlose blau-weiße Streifen-Shirt hat seinen Ursprung in der französischen Marine-Uniform, zu der es offiziell seit dem 27. März 1858 gehört. Ein „echtes“ Breton-Shirt besitzt genau 21 Streifen, welche die Anzahl der Siege Napoleons versinnbildlichen. Jenseits von Seefahrt und Matrosen wurden die markante Streifen durch Coco Chanel in der Mode populär. Die Designerin ließ das Muster in ihre erste Couture-Kollektion von 1917 einfließen, woraufhin sich das Breton-Shirt als Symbol des Großbürgertums der französischen Riviera in der Vorkriegszeit etablierte. Inzwischen zählt das gestreifte Hemd sowohl für Männer als auch für Frauen zu den Mode-Klassikern und als typisches Stilelement des Pariser Chics.

Jean-Paul Gaultier und die Streifen

Jean-Paul Gaultier entdeckte die Breton-Streifen bereits vor über 40 Jahren für sich und machte sie sich und seinem Stil förmlich zu eigen. Als Hommage an Rainer Werner Fassbinders Film „Querelle“ und gleichermaßen als Sinnbild seiner Kindheit in der Pariser Vorstadt, entwickelte er aus dem Streifenshirt ein Kleid, welches von Leslie Winer präsentiert wurde, die als das erste bekannte androgyne Model gilt.

Das Streifen-Dessin taucht seither immer wieder in Jean-Paul Gaultiers Kollektionen auf, wobei sich der Designer selbst kaum ohne das Breton-Shirt in der Öffentlichkeit zeigt. Selbst den berühmten Flakon seines Parfums „Le Male“ von 1993 kleidet er in die bretonischen Streifen.

Das Breton-Shirt im Film

In Hollywood wurde das Breton-Shirt erstmals 1953 im Film „The Wild One“ mit Marlon Brando getragen, in dem dessen Filmpartner Lee Marvin in einem solchen T-Shirt auftritt. Der Look dieses dunkleren und gefährlicheren Filmcharakters inspirierte Frank Sadilek, den späteren Präsidenten der Hell’s Angels in San Francisco zu seiner typischen „Uniform“. Das Outfit, bestehend aus goldenem Ohrring, Nasenring und abgetragenen Shirt mit Breton-Streifen war stilprägend für die gesamte Biker-Fashion der 50er und 60er Jahre.

Weitere berühmte Schauspieler, die das Streifenshirt in ihren Filmrollen trugen, und damit an dessen Popularität maßgeblich beteiligt waren, sind u.a. James Dean, Cary Grant, Audrey Hepburn oder Edie Sedgwick.

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