Orgasmusprobleme beim Mann: zu Unrecht Tabuthema

Kaum einer redet drüber, in kaum einer Männerzeitschrift wird es erwähnt: Den Spaß im Bett saugen laut öffentlicher Meinung Männer wohl mit der Muttermilch auf. Dabei haben tatsächlich viele mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen – und wissen nicht, wo sie sich Hilfe suchen können.

Schwierigkeiten im Bett haben Männer nicht nur bei der Potenz – die sind bloß das offensichtlichste Problem. Aber laut einer amerikanischen Studie hat fast ein Drittel der Männer schon mal einen Orgasmus vorgetäuscht! Warum? Und warum redet niemand darüber?

Orgasmusprobleme des Mannes: Das kann passieren

Die Sexualwissenschaft ist mittlerweile der Meinung, dass sich die sexuellen Funktionen von Mann und Frau gar nicht so sehr unterscheiden, wie allgemein angenommen wird. Trotzdem gelten Frauen allgemein als schwieriger zu befriedigen und Männer als „Versager“. Dabei kann keines der Geschlechter seine körperlichen Reaktionen beim Sex steuern. Und bei jedem und jeder kann es zu Problemen beim Anfang, bei der Länge des Sexes und bei der Orgasmusfähigkeit geben.

Das erste nennt man beim Mann meistens Impotenz oder Erektionsstörung, das zweite vorzeitigen Samenerguss und das dritte Ejakulationsunfähigkeit. Dabei sind die drei Begriffe schon total schwierig, weil sie behaupten, es ginge um eine Fähigkeit, es gäbe einen richtigen Zeitpunkt und man müsse zwangsläufig einen Orgasmus bekommen. Dabei ist beim Sex nichts Norm und nichts Muss!

Die meisten Schwierigkeiten beim Sex gehen auf die eigenen, zu hohen Erwartungen zurück, oder darauf, dass man eine sehr angespannte Einstellung zum Sex hat. Tatsächlich werden die meisten Probleme erst zu wirklichen Problemen, wenn Mann sie als solche wahrnimmt – denn dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich wiederholen, viel größer.

Sexuelle Schwierigkeiten: Das kann Mann tun

In Wirklichkeit haben die meisten Männer häufig die unterschiedlichsten Erlebnisse. Denn der Körper funktioniert jedes Mal anders. So kann ab und an der Orgasmus ausbleiben, oder es kann nicht zum Sex kommen – aber das ist völlig normal. Das Beste ist, das einfach als normales Zeichen des Körpers zu nehmen. Natürlich ist hier auch die Einstellung der Partnerin wichtig. Aber diese wird sich sicher nicht beschweren, wenn Mann ihr eine gute Alternative bietet.

Wer tatsächlich größere Probleme hat und sich unbefriedigt fühlt, sollte sich bewusst machen, dass es vor allem um eine entspannte Einstellung zum Sex geht. Sobald die erreicht ist, gehen die Schwierigkeiten von selbst wieder weg. Die Einstellung kann man ändern, indem man in seiner Beziehung offen über Sex spricht. Oder, indem man generell darauf achtet, beim Sex entspannt zu sein – hier können auch Entspannungsübungen wie Yoga helfen. Alkohol nicht!

Was Sexualtherapeuten raten, ist, dass ein Mann, der mit sich unzufrieden ist, sich einfach mal zurücklehnt und der Partnerin die Initiative überlässt. Oft merkt er so, dass er nicht alleine für das Gelingen verantwortlich ist, sondern die Partnerin auch durchaus Spaß hat, wenn sie selbst schauen kann, was sie möchte. Und spätestens dann kann Mann auch wieder Lust empfinden.