Qualität zum Abheben: DIN-Norm für Fliegeruhren

Qualität zum Abheben: DIN-Norm für Fliegeruhren

Sie ist für viele ein markantes Accessoire, muss aber in der realen Fliegerwelt stets präzise arbeiten und sehr widerstandsfähig sein: Die Fliegeruhr. Sehr lange gab es für diese Uhren keine DIN-Norm, die die Anforderungen an so eine Uhr fest definiert. Warum also nicht eine Norm schaffen, wie es sie zum Beispiel für Taucheruhren schon seit längerem gibt? Bei professionellen Uhren für den Tauchgang definiert die DIN-Norm 8306, was die Uhr zu können hat, um unter Wasser sicher zu performen. Einige Uhrenhersteller haben sich mit den zuständigen Institutionen vor ein paar Jahren darangemacht, auch für Fliegeruhren eine entsprechende Norm zu konzipieren.

Vorläufer TESTAF

Als Grundlage für die neue Norm diente der TESTAF („Technischer Standard Fliegeruhren“), der im Jahr 2012 startete. Dieser technische Standard war der erste Anforderungskatalog für professionelle Fliegeruhren, den es gab. Aus ihm wurde im Anschluss die DIN 8330, deren Entwicklung vom Uhrenhersteller Sinn im Jahr 2013 initiiert wurde. Zusammen mit der Uhrenmanufaktur wirkten an der Definition und Umsetzung der Norm die FH Aachen als Prüfinstitut, DNV GL (früher Germanischer Lloyd) als Zertifizierungsinstitution, die Lufthansa Cargo, Airbus Helicopters sowie die Uhrenhersteller Glashütte Original und Stowa mit.

Erste Ergebnisse in 2015

Nach der ersten Phase der Zusammenarbeit stellte der Arbeitsausschuss im Oktober 2015 die ersten Teile der Norm vor: Erstens waren es die erforderlichen Prüfungen und zweitens die Konformitätsbewertung. In ihnen kam der sehr hohe Anspruch an eine professionelle Fliegeruhr zum Ausdruck, den der Ausschuss an die Uhren stellte – kurzum: Sie müssen dasselbe leisten wie die Messinstrumente in den Cockpits von Flugzeugen und Hubschraubern. Um dies zu gewährleisten, sind folgende Anforderungen zu erfüllen: erhöhte Wasserdichtigkeit, Stoß- und Schlagsicherheit sowie Ganggenauigkeit. Hinzu kommt eine besondere Widerstandsfähigkeit in Bezug auf Flüssigkeiten, die im Flugbetrieb Verwendung finden: Dies betrifft insbesondere die Dichtungen und Entspiegelungsschichten solch einer Uhr. Last but not least werden die Uhren auch extremen Prüfungen in Bezug auf Luftdruck und möglichen magnetischen Störeinwirkungen im Cockpit unterzogen, um der seit 2016 gültigen DIN 8330 hundertprozentig zu entsprechen – und so also vollwertiges Zeitmessinstrument am Himmel zu dienen.


Bild: Pixabay, 1845547, Pexels

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