Tierversuche für Kosmetika – Pro und Contra

Tierversuche für Kosmetika – Pro und Contra

Ein altes Sprichwort sagt: Wer schön sein will muss leiden. Allerdings leiden für diese Schönheit keine Menschen, es sind die Tiere die in zahllosen Tests auch mal bis zum Tode gequält werden.









Tierschützer schlagen Alarm

Um die Auswirkungen eines ganz bestimmten kosmetischen Produkts auf den Menschen abschätzen zu können, mussten bisher unzählige Tiere Qualen erleiden oder sogar sterben. Über Jahre hinweg versucht der Tierschutzbund diesem Leiden ein Ende setzen zu können. Aus Sicht der Tierschützer gibt es bereits unzählig viele kosmetische Produkte, wegen der die Entwicklung und die Produktion von neuen Kosmetika nicht mehr gerechtfertigt sei. Die Kosmetikfirmen sehen dies jedoch ganz anders: Sie müssen mit dem Trend der Zeit gehen und müssten aus diesem Grund auch ständig neue Farben und Zusammensetzungen ausprobieren. Nur so könnten sie den Wünschen und Anforderungen der Kunden gerecht werden und demzufolge auch ihre Zukunft sichern. Bereits 1998 konnte durch den starken Einsatz der Tierschützer das Tierschutzgesetzt abgeändert werden: Seitdem verbietet das Tierschutzgesetz Tierversuche für die Entwicklung und Produktion von neuen Kosmetika. Bereits 2004 konnte der Tierschutzbund einen weiteren, kleinen Erfolg für sich verbuchen: Seit diesem Jahr dürfen in der EU keine Tierversuche für die Prüfung hergestellter Kosmetika mehr gemacht werden. Mittlerweile sind Tierversuche für neue kosmetische Produkte in der ganzen EU abgeschafft worden. Darüber hinaus dürfen in der EU auch keine Kosmetika mehr vermarktet werden, die in Drittländern unter Tierversuchen getestet worden sind. Der Verkauf dieser Produkte wird in der EU ab 2013 verboten sein.

EU-Kommission billigt Tierversuche weiterhin

Mittlerweile geraten diese Pläne allerdings ins Stocken. Es gebe angeblich nicht genügend tierversuchsfreie Methoden für die Prüfung von Kosmetika. Den Kosmetikherstellern hat die EU – Kosmetikverordnung für diese Fälle sogar ein Hintertürchen offen gehalten: Sollten keine zufriedenstellenden Alternativen zur Verfügung stehen, kann das Vermarktungsverbot wieder aufgehoben werden. Laut dem Bericht der EU – Kommission fehlen zum derzeitigen Zeitpunkt aber genau diese Alternativen für die Prüfung der verschiedenen Inhaltsstoffe. Noch in diesem Jahr möchte die EU – Kommission ein Gesetz durchbringen, das das Vermarktungsverbot bis ins Jahr 2023 hinaus verzögert. Auch die deutsche Bundeskanzlerin stimmt diesem Plan bei. Sie sieht in dem Vermarktungsverbot eine Gefährdung der Verbrauchersicherheit und eine drastische Schwächung des allgemeinen Binnenmarkts. Die Tierschützer haben jedoch in einem Brief an Frau Merkel appelliert, sich für das Vermarktungsverbot ab 2013 stark zu machen.

Zahlreiche Schlupflöcher

Skrupellose Hersteller werden wahrscheinlich immer ein Schlupfloch finden damit sie das Tierschutzgesetz umgehen können. Weiterhin können alle Rohstoffe durch Tierversuche getestet werden, die sowohl in kosmetischen, als auch in anderen Produkten Verwendung finden. Da kaum ein Inhaltsstoff ausschließlich in der Kosmetik Verwendung findet, ist die Liste der Rohstoffe sehr lang. Erst, wenn das Gesetz tierversuchsfreie Testverfahren für alle Bereiche der Giftigkeitsprüfung von sowohl chemischen, als auch von natürlichen Substanzen anerkannt wird, kann dieses Schlupfloch endlich geschlossen werden.

Quelle des Fotos: lculig – Fotolia.com

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