Umgang mit Burnout und Depressionen

Umgang mit Burnout und Depressionen

Burnout ist inzwischen fast so etwas wie eine Volkskrankheit und immer häufiger im Gespräch.  Im fortgeschrittenen Stadium lässt er sich kaum von einer Depression unterscheiden.
Umgang mit Burnout und Depressionen

Alle Berufsgruppen können betroffen sein

Burnout ist ein Erschöpfungszustand, der sich schleichend und von den Betroffenen oft zunächst unbemerkt entwickelt. Besonders häufig leiden Menschen darunter, die in mehreren Lebensbereichen Dauerstress ausgesetzt sind und dabei wenig Anerkennung erfahren. In den ersten beiden Phasen treten Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und Stimmungsschwankungen auf, wobei die Anzeichen nicht bei jedem Betroffenen gleich sind. Beobachten Sie solche Veränderungen bei sich, ist eine Besserung durch eine zielgerichtete Lebenumstellung möglich. In der dritten Phase sollte dann spätestens professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Mediziner sehen bei ca. 80 % aller Burnoutpatienten die Entwicklung einer Depression.

Beurteilung und Behandlung

Die Diagnose des Burnouts ist auch für Mediziner nicht immer einfach. Die Betroffenen kommen fast immer ohne handfeste körperliche Symptome zum Arzt und klagen ausschließlich über Müdigkeit, Antriebsschwäche oder Lustlosigkeit. Prof. Florian Holsboer, Direktor des Max-Planck-Institutes für Psychiatrie in München und gemeinsam mit dem Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer Gründer des renommierten Bio-Tech-Unternehmens NeuroChemie, ist ein bekannter Depressionsforscher. An seinem Institut werden sowohl Grundlagenforschung zur Klärung der Ursachen betrieben als auch Erkrankte behandelt. Dabei bedient sich Prof. Florian Holsboer biochemischer und genetischer Methoden, um Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern und individuell zu gestalten. Seine Forschungsarbeit wurde mit mehreren hochdotierten Auszeichnungen gewürdigt.

Erschöpfungszustände vermeiden oder rechtzeitig Hilfe in Anspruch nehmen

Jeder, der übermäßigem Stress ausgesetzt ist, sollte einige Dinge beachten, um größere Erschöpfungszustände zu vermeiden. Dazu gehören ein gesunder Lebensstil, das Pflegen sozialer Kontakte, das Einhalten persönlicher Leistungsgrenzen, die Trennung von Berufs- und Privatleben und das Delegieren von Aufgaben an andere – niemand muss alles allein bewältigen. Sollte trotz eines guten Stressmanagements eine psychische Erkrankung auftreten, sollte man sich nicht scheuen,  ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch Depressionen sind heilbar.

Foto stammt von: Otmar Winterleitner (Fotolia)